Mein Weg zur Java-Prüfung – Jeremias

„Was ich wirklich empfehlen kann, ist das Schreiben kleiner Programme, um das Verhalten des Compilers oder der JVM zu studieren.“

Jeremias Hackbeil
Jeremias Hackbeil arbeitet bei den Softwareforen in den Bereichen Content Management, Such-Systeme und Web-Analyse.

Jeremias, du hast vor kurzem die Prüfung zum Oracle Certified Associate Java SE 7 Programmer, kurz OCA, abgelegt. Herzlichen Glückwunsch dazu.

Ja, danke, das ist richtig.

Wie hast du dich auf die Prüfung vorbereitet?

Ja, zur Vorbereitung gehört zum einen erstmal ein Plan, was man denn machen möchte – was so dazugehört, also abgrenzen, welchen Umfang und Inhalte diese Prüfung denn überhaupt hat. Dementsprechend habe ich zunächst das Buch von Mala Gupta gelesen und habe den ETSViewer genutzt, um die Probeprüfungen und Übungsfragen zu beantworten. Grundlegend habe ich mich Kapitel für Kapitel vorgearbeitet und bin dann irgendwann so weit gewesen, dass ich den Mut hatte, mich zur Prüfung anzumelden.

Die Vorbereitung lief bei mir sehr unterschiedlich intensiv und damit fast ein halbes Jahr. Nach der Planung wusste ich, wieviele Wochen ich für welches Thema verwenden möchte. Nach den ersten zwei Kapiteln stockte es ein wenig, weil andere Projekte wichtiger erschienen. Als es dann auf die Prüfung zuging, habe ich mir aus jedem Kapitel noch einmal meine Schwerpunkte herausgesucht. Anhand der Übungsfragen habe ich festgestellt, wo noch Lernbedarf besteht, und in drei Wiederholungsrunden dann alles noch einmal angeschaut.

Wie lief es dann in der Prüfung selbst?

In der Prüfung selbst hatte ich kein besonderes Gefühl. Ich konnte gar nicht sagen, ob es jetzt gut oder schlecht lief. Der Rahmen war relativ unaufgeregt in einem Testcenter. Dort kommt man hin, wird eingewiesen und setzt sich in den Prüfungsraum. Man wird auch über Video überwacht, das ist erst einmal ein komisches Gefühl. Die Prüfung nutzt eine andere Software-Umgebung, auf die man sich auch einstellen muss. Man erhält einen abwischbaren Notizblock, das ist ganz hilfreich bei Schleifen, die auszurechnen sind. Die Fragen – die Prüfung war auf englisch – gingen dann einigermaßen gut.

Was empfandest du als besonders schwer oder leicht?

Es gab Fragen, da war mir nicht so ganz klar, worauf diese abzielten. Vielleicht lag das an anderen Formulierungen als in den Übungsklausuren oder im Buch. Da musste man noch einmal ganz genau überlegen, auf welche Fährte einen die Frage jetzt führen will und welche Fallstricke zu erwarten sind. Es war sicher aufgrund der Sprachbarriere dann für mich nicht immer ganz eindeutig zu sehen. Daher fiel es mir schwer, die angegebenen Schwierigkeitsgrade einzuschätzen. Allerdings gab es das auch im ETSViewer. Wenn dort stand, die Frage müsste jetzt einfach oder schwer sein, dann war das aus meiner Sicht nicht immer der Fall.

Die Prüfung gilt ja bei vielen als wenig praxisnah. Wie empfandest du selbst die Relevanz der abgefragten Inhalte?

Ich fand den Detailgrad der Prüfung schon recht hoch. Das ist insofern aber auch wichtig, denn damit wird das Verständnis der Materie geprüft. Aber tatsächlich finde auch ich nicht alles für die Praxis relevant, so wie man nicht alles aus der Schule später im Beruf anwenden kann.

Welche Erkenntnisse konntest du von der OCA-Prüfung für deinen Arbeitsalltag mitnehmen?

Zu meinem Erfahrungsschatz als Programmierer kam durch die Vorbereitung auf jeden Fall einiges hinzu. Eher im Umkehrschluss: Vieles, was mir nicht relevant erschien, wurde mir aufgrund der Detailtreue der Prüfung wieder als wichtig bewusst. Zum Beispiel die korrekte Verwendung der equals()-Funktion, damit es zur Laufzeit nicht irgendwo knallt. Oder der Zugriff auf Strings.

Was kannst du neuen Prüflingen mitgeben, die sich noch auf die Prüfung vorbereiten?

Mir persönlich hilft es immer, mich sehr strukturiert vorzubereiten. Also zu schauen, welche Kapitel es gibt und wo ich persönlich anhand der Probefragen noch Nachholbedarf habe, damit ich mir diese explizit anschauen kann. Es lohnt sich, die Probefragen konsequent auszuwerten, auch wenn dies sehr mühselig ist, gerade nach 1h intensiven Test. Letztlich hilft es aber nicht, eine Frage durch Zufall oder Vermutung richtig zu beantworten, sondern auch zu verstehen, ob man die Intention der Frage richtig verstanden hat.

Was ich wirklich empfehlen kann, ist das Schreiben kleiner Programme, um das Verhalten des Compilers oder der JVM zu studieren.

Geht es für dich noch weiter, zur OCP?

Im Moment ist das für mich eher unwahrscheinlich, da ich mich im Moment stark auf CMS-Themen konzentriere und Java als Programmiersprache aktuell dabei keine vordergründige Rolle spielt. Vielleicht suche ich mir als nächstes eher eine andere Weiterbildung aus.

Vielen Dank, Jeremias.

Das Interview führte Mathias Lieber

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