enterJS 2017 in Darmstadt – Softwareforen Leipzig Blog

enterJS 2017 in Darmstadt

Gemeinsam mit einem Kollegen machte ich mich am 20.6. auf zur enterJS nach Darmstadt. Als Quereinsteiger aus den Geisteswissenschaften meine erste größere Konferenz im Rahmen der Informatik und wie sich zeigen sollte eine perfekte Gelegenheit gut aufbereitetes, nützliches Wissen aufzusaugen.

enterJS Programm und Ausweis

Die Idee für eine Konferenz rund um das Thema JavaScript entstand 2013 und ging somit 2017 bereits in die vierte Runde. Fast 500 Teilnehmer und jeweils drei parallele Sessions sorgten für eine angenehme und abwechslungsreiche Atmosphäre im Darmstädter darmstadtium, das in der bis dato heißesten Woche des Jahres (Temperaturen bis 38 Grad) gut klimatisierten Schutz bot.

 

Überhaupt waren die Rahmenbedingungen ausgezeichnet. Leckeres Catering, Buchstände, gute Gespräche in den Pausen und der Abendveranstaltung am 21.6. sowie die zentrale Lage ließen kaum Wünsche offen und sind das Resultat von lessons learned aus den vorherigen enterJS. Luft nach oben gab es allenfalls in der Planung der Redezeit, die besonders am ersten Tag der Konferenz kaum Raum für Nachfragen bzw. Diskussionen bot und in der Auseinandersetzung mit dem Code an sich, hier war beispielsweise Konferenzurgestein Golo Roden eine hervorzuhebende Ausnahme.

 

Drei Konferenz Highlights aus meiner Sicht:

 

Golo Roden (the native web)
Asynchrones Javascript in fünf Varianten

Viele Beiträge drehten sich um einen großen, ganzheitlichen Ansatz, führten aus, wie Entwicklerteams ihre Projekte umsetzen oder was für Schlüsse sie daraus zogen. Insofern fiel Golo Rodens Präsentation, der verschiedenen Möglichkeiten mit JavaScript asynchron zu programmieren, schon fast aus dem Rahmen. Wohltuend, will ich anmerken, denn manchmal darf es auch gerne etwas mehr Code sein. Auf großer Leinwand führte Roden zügig und kundig in Atom durch die Welt der Events, Callbacks und Promises in JavaScript. Welche Konzepte bieten für verschiedene Ansätze an, was ist performanter, was lesbarer. Ein gelungener Überblick zur Asynchronität – zwar ohne brachialen Neuigkeitswert aber einfach didaktisch gut gemacht!

 

Matthias Reuter, Michael Bruns (inovex)
‚Das Frontend ist dann trivial‘ – Microservices & Web-Frontends

Reuter und Bruns, von enterJS Goldsponsor inovex, mit einem anschaulichen Überblick von verschiedenen Möglichkeiten ein Microservice Backend mit dem Frontend zu verbinden, welche sie bei ihrem Projekt waipu.tv in Erwägung gezogen hatten. Gerade in Hinblick auf neue Projekte ein Für und Wider der Argumente, da es nicht den einen idealen Weg für alle Anwendungsfälle gibt. Single Page Application, jeder Service bekommt sein eigenes Frontend, Backend for Frontend, Server Side Includes oder doch ein Monorepo? Kurz und prägnant aus Sicht eines Backendlers und eines Frontendlers dargestellt und mit Vor- und Nachteilen im Hinblick auf Testbarkeit, Versionsmanagement, Codeduplikation, Deployment, Skalierungsmöglichkeiten und Overhead versehen.

 

Lina Böcker (jbb Rechtsanwälte Partnerschaft mbB)
Open Source im unternehmerischen Kontext: Lizenzen und Compliance

Ein Beitrag der unter dem Motto hätte stehen können: Was sie schon immer zu Software-Urheberrecht und -Lizenzen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten. Frau Böcker hatte daher auch alle Hände voll zu tun, die wohl umfangreichste Fragerunde der Konferenz und ihren umfangreichen Vortrag unter einen Hut zu bekommen. Kann man sein Urheberrecht abtreten und was sind die mannigfaltigen Fallstricke in Bezug auf die Verwendung von Open Source Software? Gerade im Hinblick auf die verschiedenen Libraries, Frameworks und Co. können sich hier Abgründe auftun, die final auch den Gang zum Rechtsanwalt bedeuten können. Umstände für die viele Entwickler nur ungenügend sensibilisiert sind. Dazu gab es eine umfangreiche Präsentation, die als Einstieg ins Thema äußerst lehrreich war.

 

Most fun to watch:

 

Opher Vishnia (Interlude)
Pack Wars: JS distribution in a galaxy far, far away

Ein Überblick über die „ehemaligen“ und aktuellen Möglichkeiten Module ins Frontend einzubinden. Was sind die use cases von Webpack, Browserify, SystemJS oder require.js, was sind Vor- und Nachteile und wie wird das grundsätzlich gemacht. Witzig garniert mit Fragerunden inklusive giveaway time und alles verpackt in herrlich nerdige Star Wars Anspielungen. Ein Vortrag der so ähnlich auch schon auf der Render 2017 zu sehen war.

 

Fazit: Die enterJS ist für JavaScript Programmierer vielleicht kein Muss, aber sicher eine ausgezeichnete Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen, sich über Trends in der Entwicklung zu informieren und sich hier und da auch den ein oder anderen neuen/alten Kniff abzuschauen. Nicht zuletzt zeigte sie, dass wir alle tagtäglich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und es immer viele Wege nach Rom gibt.

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